Wie wo was die Welt bewegt

In den letzten Tagen und Wochen machte vor allem ein Thema Schlagzeilen: der radial-konservative Fremdenfeind und Geisteskranke Anders Behring Breivik zündet im Regierungsviertel von Oslo eine Bombe, begibt sich in ein sozialdemokratisches Jugendcamp auf der Insel Utoya und richtet ein Massaker unter den jungen Norwegern an.

Ein Akt der Grausamkeit der in dieser Form seinesgleichen sucht. Im Nachgang werden nahezu zynisch anmutende Vorfälle bekannt: die Spezialeinheit der Polizei musste aufgrund eines Motorschadens den Eingriff verzögern, der Attentäter hatte während seines Amoklaufs seinen MP3-Player im Ohr, verängstigte Jugendliche misstrauten der eintreffenden Polizei.

Menschenleben gegen Macht

In Syrien schießt die Regierung mit ihren Truppen unterdessen scharf auf revolutionäre Anhänger des arabischen Frühlings und hat seit Beginn des dortigen Aufstandes mittlerweile mehrere hundert Menschenleben auf dem Gewissen. Selbst diplomatisch konkurrierende Staaten wie Saudi-Arabien lassen nur leise Kritik verlauten, da ein Flächenbrand befürchtet wird. Wieder einmal ist Wenigen die Macht zu wichtig, um zugunsten Vieler zu regieren.
Die US-Wirtschaft scheint noch einmal gerettet. Am Vorabend der Zahlungsunfähigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt einigen sich oppositionelle Republikaner und regierende Demokraten auf eine Erhöhung des Schuldenlimits. Damit wird nahezu komplett auf die Forderungen der republikanischen Rechten eingegangen, die massive Kosteneinsparungen gefordert hatten.

Eigensinnige Prioritäten

Zu alledem kommen neue Erkenntnisse über die Hungersnot in Südafrika auf. Dort fehle es an allem und pro Tag kämen 10.000 neue Hilfebedürftige hinzu. Die Ausgaben für Rettungslieferungen werden derzeit komplett aus Spendengeldern finanziert. Während Rettungsschirme für EU-Staaten das Zehnfache der benötigten Mittel betragen.
Schon Platon hat in seinem Höhlengleichnis darauf aufmerksam gemacht, dass das Individuum immer nur beschränkte Sicht auf das Ganze hat. Ebenso gilt dies auch für diese Vorkommnisse. Nur wenn Erkenntnisse geteilt werden, kann eine Metaintelligenz geschaffen werden, über die sich die Gemeinschaft irgendwann einmal anmaßen darf, ein Urteil zu fällen. Und infolgedessen übergreifende Entscheidungen zu treffen. Einen Anfang macht dabei KENNTNISSTAND.net.

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